Geschichtlicher Überblick
Das Heilen ist seit altersher mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Alle
alten Kulturen glaubten an die untrennbare Einheit von Körper, Seele und Geist sowie an die Zusammengehörigkeit von Gesundheit, Krankheit und Heilkräften. Die Eingeborenen Afrikas, Asiens,
Nordamerikas und Australiens pflegen die Tradition des Heilens wie eh und je, sowie die harmonische und respektvolle Beziehung zur Natur.
Medizinmänner, Heiler, Schamanen und Priester spielten überall eine bedeutsame Rolle, da sie für die spirituelle und physische Gesundheit der Gesellschaft sorgten.
Die Kulturen Indiens, Tibets und Chinas wussten um die Auswirkung von Seele und Geist auf den physischen Körper und seine Gesundheit, und dieses Wissen schlug sich in ihren theoretischen und
praktischen Lehren nieder. Die alten Praktiken des Heilens werden bis heute weitergegeben; die Heilkräfte der Gurus und Yogis sind nach wie vor legendär.
Im alten Ägypten und in Griechenland finden wir Zeugnisse von einflussreichen Menschen. Eines der ältesten Beispiele ist der im 27. Jahrhundert v.Chr. in Ägypten geborene heilkundige Priester
Imhotep, der nach seinem Tod zur Gottheit erhoben wurde. In Griechenland galt Äskulap als mächtiger Heilkundiger, der, wie Imhotep, nach seinem Tod als Gott verehrt wurde und dem man Tempel
errichtete. Sein Wahrzeichen - Stab und Schlange - ist noch heute das Symbol der westlichen Medizin. Pythagoras, der altgriechische Philosoph im 6. Jahrhundert v. Ch., war Arzt und Heiler, der an die
Existenz der Heilkraft glaubte und den Ursprung der Gesundheit in einer harmonischen Beziehung zwischen Körper und Seele sah.
Im 5. Jahrhundert v. Chr. lebte Hippokrates, der berühmteste Arzt der Antike. Er glaubte an die Heilkräfte der Natur und trat zur Vermeidung von Krankheiten für eine vernünftige Lebensweise ein.
Seine Grundsätze sind im hippokratischen Eid überliefert, der bis heute als Basis der ärztlichen Ethik gilt und von den Ärzten der westlichen Welt abgelegt wird.
Neben Jesus gehören Buddha und Mohammed zu den größten Heilern der Welt. Das Neue Testament enthält über vierzig Hinweise auf Heilungen, wobei die Heilkraft des Geistes von besonderer Bedeutung
war.
Auch das Alte Testament kennt Heilungen. Die Essener, eine altjüdische Sekte 2. und 1. Jahrhundert v. Chr., waren der Auffassung, daß ein harmonisches Leben krankheiten heilen könne.
Um das 2. Jahrhundert n. Chr. wurde das Heilwesen zur Angelegenheit der Kirche und von Priestern durch Handauflegen und später durch Salbung oder Ölung ausgeübt.
Im ausgehenden Mittelalter waren die heilerischen Praktiken innerhalb der Kirche am Schwinden. Die Behauptung über Heilkräfte zu verfügen, war jetzt sogar Ketzerei und wurde mit dem Tode
bestraft.
Ende des 18. Jahrhunderts brach dann die Zeit der Aufklärung an, das den Naturwissenschaften absoluten Vorrang einräumte. Damit bildete sich eine mechanistische Weltanschauung heraus, die wir heute
als äußerst unzureichend erkennen.
So zeigt sich neuerdings ein großes Interesse an geistig-sprituellen Themen, an der Macht der Seele und einem ganzheitlichen Heil- und Lebensansatz. Die Sprechzimmer der Ärzte sind voll von
Patienten, die an der modernen Krankheit >>Stress<< leiden.
Viele von uns sehnen sich nach einer ganzheitlicheren und tiefergehenden Weltsicht. Wir möchten das Gefühl haben, daß wir für unsere Gesundheit durchaus selbst Verantwortung tragen können. Dabei
spielt das Heilen eine wichtige Rolle.
Heilen bietet Hoffnung - denn wir können für uns selbst etwas tun. Ärztliche Diagnosen sind manchmal so definitiv, daß viele Betroffene ihren gesamten Mut verlieren.
Selbst wenn eine Krankheit nicht heilbar ist, kann eine veränderte Einstellung zu ihr zumindest Erleichterung und größeren Seelenfrieden bringen.
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